Das lange Warten hat ein Ende, denn Ende September können die Adler endlich wieder der orangen Kugel hinterherjagen.

Seit Mitte Mai trainierten die Teams der Kaarster Adler bereits wieder und hofften auf den Beginn der Spielzeit. Leider hat es nicht mehr für eine offizielle Saison gereicht und daher hat der Verband nun konsequenterweise die Nachwuchsmeisterschaften 2020 abgesagt.

Die Bundesligasaison wurde schon vorher gecancelt und daher blieben bis dato nur Freundschaftsspiele, die vom Nachwuchs auch rege genutzt wurden. Nach weiteren Öffnungen beschloss der Verband dann die Durchführung einer Kurzsaison, an der die Crash Eagles mit allen Teams nun teilnehmen.

Die beiden Bundesligamannschaften spielen im „ISHD-Masters“ mit. Dort trifft  die erste Herrenmannschaft auf die Düsseldorf Rams, Rhein-Main Patriots sowie die Langenfeld Devils. Die zweiten Herren bekommt es mit Bissendorf, Berlin und Oberhausen zu tun. Auch wenn es kein Vergleich zu einer regulären Saison ist, freut man sich in Kaarst auf die Spiele. „Zuletzt war die Motivation beim Training nicht mehr besonders hoch und daher ist es wichtig nun wieder in den Wettkampfmodus zu schalten. Weitere sechs Monate ohne Spiel wären kaum durchzustehen“, so Trainer Georg Otten. Leider haben sich nicht mehr Teams aus der ersten und zweiten Bundesliga gemeldet, was durchaus verwundert. Allerdings haben wohl einige Akteure sich dem Eishockey zugewandt, was auch in Kaarst teilweise der Fall ist. Tim-Niklas Wolff und Lennart Otten nutzten die altersbedingte Gelegenheit und schnüren für das DNL Team der Düsseldorfer EG ihre Schuhe und Dominick Thum greift für den Neusser EV zum Schläger. Letztgenannter steht allerdings weiter dem Team zur Verfügung. Aus gesundheitlichen Gründen müssen die Adler auf Nationaltorwart Richard Steffen verzichten, der die Spielpause zu einer langen verschobenen Operation nutzte und erst in sechs Wochen wieder mit dem Training beginnen kann.

Der Ausfall der Saison hat auch finanzielle Auswirkungen. Da man durchgehend trainiert hat, erhalten die Übungsleiter ihre wohlverdienten Aufwandsentschädigungen und auch die Startgebühren, Versicherungen etc. mussten bezahlt werden. Der Ausfall der Einnahmen bei Heimspielen durch Eintrittsgelder und Catering bedeutet einen fünfstelligen Einnahmeverlust. Da man in den letzten Jahren gut gewirtschaftet hat und sportlich erfolgreich war, sind Rücklagen vorhanden und man kommt daher nicht in den Genuss staatlicher Hilfen. „Da hätten wir in der Vergangenheit wohl eher das Modell Schalke 04 fahren sollen“, so Otten mit einem Augenzwinkern.